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  • Vitamin D Mangel als Mitursache von Depressionen? Diese Rolle spielt das Sonnenvitamin

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Mai 7, 2021

Vitamin D Mangel ist der am stärksten verbreitete Vitaminmangel. Doch welche Rolle spielt Vitamin D bei Depressionen? Kann eine Substitutionstherapie helfen?

Das mit Hilfe von Sonnenlicht produzierte Vitamin D, welches eigentlich vielmehr ein Hormon ist, ist in unserem Körper an unzähligen Vorgängen beteiligt. So hat es nicht nur eine wichtige Funktion für die Knochengesundheit, sondern wirkt sich u.a. auch auf das Nervensystem und Gehirn aus. 

In den vergangenen Jahren verdichten sich Informationen darüber, dass ein Mangel an Vitamin die Entstehung einer Depression begünstigen kann - und dass die Symptome einer Depression durch eine Vitamin-D-Gabe gelindert werden können. 

Ob das so stimmt, erfährst Du in diesem Artikel.

Des Weiteren, 

  • wie ein Vitamin D Mangel entsteht und wie er sich äußert,
  • was die Forschung zu Vitamin D und Depressionen sagt
  • und auf was du bei der Einnahme von Dekristol 20.000 IE achten solltest.

Wie hängen Vitamin D und Depression zusammen?

Um den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Depressionen nachzuvollziehen, musst du zunächst verstehen, wie die Versorgung abläuft und welche Auswirkungen das Vitamin auf den Menschen hat.

Wie Vitamin D gebildet wird

Menschen erhalten Vitamin D hauptsächlich durch die körpereigene Vitamin D Synthese bei Sonneneinstrahlung auf die Haut. Nur etwa 20 % des Bedarfs kann über die Nahrung gedeckt werden.

Mögliche externe Lieferanten sind:

  • Lebertran
  • einige Fische, z. B. Heringe
  • sonnengereifte Pilze

In der Regel reichen diese Nahrungsmittel aber nicht zur adäquaten Versorgung. Deshalb spricht man auch vom Sonnenvitamin. Korrekter wäre jedoch die Bezeichnung als Hormon, da es sich bei Vitamin D durch die mögliche Selbstversorgung des Menschen genau betrachtet nicht um ein Vitamin handelt.

Meist ist mit Vitamin D eigentlich D3 gemeint - denn dabei handelt es sich um die Vorstufe vom Vitamin D, die der Körper selbst herstellt und verwerten kann. Wir verwenden diese beiden Bezeichnungen im Folgenden synonym.

Die Wirkung von Vitamin D auf den Körper und die Psyche

Vitamin D übernimmt zahlreiche wichtige Funktionen für den menschlichen Körper. Beispielsweise ist es essenziell für:

  • die Knochengesundheit
  • das Immunsystem
  • die Regulation der Muskelkontraktion

Daneben spielt es aber auch eine wichtige Rolle für Gehirn und Nervensystem. Deshalb hat die Versorgung mit Vitamin D3 auch Auswirkungen auf die Psyche und das mentale Befinden.

Es verdichten sich zudem Studien, die darauf hinweisen, dass ein niedriger Vitamin D Spiegel Ursache für Depressionen sein kann oder eine Depression zumindest durch die Therapie mit dem Vitamin gelindert werden kann. Später mehr dazu.

Vitamin D Mangel: Ursachen und Symptome

Es gibt noch tausend andere Gründe, auf seinen Vitamin-D-Spiegel zu achten.

Einer Nationalen Verzehrstudie zufolge leiden in Deutschland über 80% der Männer und mehr als 90% der Frauen an einem Vitamin D Mangel (1). Diese Daten hängen natürlich immer von den angelegten Referenzwerten ab, dennoch legen sämtliche Studien eine Unterversorgung von Großteilen der deutschen Bevölkerung zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben oder im Jahr nahe.

Faktoren, die einen Vitamin D Mangel begünstigen

Dies ist vor allem mit der geografischen Lage Deutschlands zu erklären. Durch die verringerte Einstrahlung von Licht wird in den Monaten zwischen September und April nicht genügend Vitamin D3 in der Haut gebildet. Die Menschen halten sich zunehmend in geschlossenen Räumen auf und gleichzeitig erreicht die Sonne nicht den notwendigen UV-Index von mindestens 3.

Die dunkle Jahreszeit ist also eine häufige Ursache für eine Unterversorgung. Doch neben fehlendem Sonnenlicht im Winter können auch andere Faktoren ihren Beitrag leisten. Dazu zählen:

  • die Hautfarbe (hellere Hauttypen können schneller D3 produzieren, dunklere langsamer)
  • Sonnencreme und Kleidung behindern die Vitamin D Bildung
  • im Alter nimmt die Fähigkeit zur körpereigenen Produktion ab
  • steigendes Gewicht reduziert die Mengen der Vitamin D Bildung
  • einige Medikamente erhöhen den Vitamin D3 Bedarf

So äußert sich der Mangel

Ein Mangel an Vitamin D3 kann sich in einem negativen Effekt auf die Knochengesundheit äußern und unter anderem zu Krankheiten wie Osteoporose führen. Darüber hinaus können aber auch die folgenden Symptome auf einen Mangel hindeuten:

  • anfälliges Immunsystem
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • depressive Verstimmung

Der aktuelle Forschungsstand zu Vitamin D und Depressionen

Auch wenn einige Studien keine Besserung von Depressionen durch Vitamin D finden (zu geringe Dosis!?) - die Mehrheit der Studien spricht eine andere Sprache.

Mit der Frage, ob es auch einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen den beiden Volkskrankheiten Vitamin D3 Mangel und Depression gibt, haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Beobachtungsstudien und klinische Versuche beschäftigt.

Ausgangspunkt sind dabei Statistiken, die zeigen, dass Patienten mit Depressionen in vielen Fällen einen geringen Vitamin D3 Spiegel aufweisen (4). Weitere Studienergebnisse stellen wir dir nachfolgend vor.

Die VITAL-Studie 2018

Ende 2018 wurden in den USA die Ergebnisse der sogenannten VITAL-Studie (2, 3) veröffentlicht. Diese randomisierte klinische Studie hat untersucht, inwiefern die die langfristige Behandlung mit Vitamin D vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, aber auch depressiven Störungen schützen kann.

Für die Auswertung in Bezug auf das potentielle Verhindern von Depressionen wurden die Daten von 18.353 Teilnehmern ausgewählt. Diese haben im Gesundheitsfragebogen zu Beginn der Untersuchung angegeben, aktuell nicht an depressiven Erkrankungen zu leiden.

Die Befragung nach ihrem psychischen Befinden wurde jährlich wiederholt. Im Durchschnitt wurden die Teilnehmer etwa fünf Jahre lang begleitet.

Vitamin D kann Depressionen scheinbar nicht vorbeugen

Das Ergebnis dieser Untersuchung fiel jedoch enttäuschend aus. Es wurde beobachtet, bei wie vielen Teilnehmern es im Laufe der Studie zu einer diagnostizierten Depression oder einer deutlichen Verschlechterung ihrer mentalen Gesundheit kam. Dabei gab es zwischen der Gruppe, die mit Vitamin D behandelt wurde, und der Placebo-Kontrollgruppe keinen signifikanten Unterschied.

Die Autoren kamen daher zu dem Ergebnis, dass die regelmäßige Vitamin D Gabe eine Erkrankung an Depressionen nicht verhindern kann.

Kritik an der Studie

Allerdings muss bei der Bewertung der VITAL-Studie beachtet werden, dass die Teilnehmer bereits vor der Studie einen Vitamin D Spiegel von durchschnittlich knapp 30 ng/ml aufwiesen und damit im Normbereich lagen. Zudem wurden sie mit nur täglich 2.000 IE behandelt.

Vitamin D gegen Winterdepression

In Bezug auf eine saisonale Depression, wie sie auf der nördlichen Halbkugel in den Wintermonaten häufig vorkommt, konnte in den 1990er-Jahren in einer kleinen Untersuchung ein eindeutigeres Ergebnis erzielt werden (4).

So zeigte die Behandlung der Versuchsteilnehmer mit Vitamin D eine deutlich höhere Verbesserung von depressiven Beschwerden als die Therapie mit Licht.

Zwischen Vitamin D und der Volkskrankheit Winterdepression scheint es also einen nachweisbaren Zusammenhang zu geben. Immerhin produzieren wir Menschen den Großteil unseres Vitamin D Bedarfs durch die Einstrahlung der Sonne auf die Haut.

Zusammenhang zwischen Vitamin D Spiegel und der Schwere der Depression

Auch wenn einzelne Studien immer wieder zu anderen Ergebnissen kamen, hat eine größer angelegte Meta-Studie aus dem Jahr 2013 (5) zudem eine umgekehrte Abhängigkeit zwischen Vitamin D Spiegel und Schwere der Depression festgestellt.

Das bedeutet: Umso niedriger der Vitamin D Speicher, desto höher das Risiko einer ausgeprägten Depression. Andersherum kann ein Aufheben des Vitamin D Mangels zu einer Verbesserung der Beschwerden führen.

Die Verbindung zwischen dem Sonnenhormon und dem Nervensystem

Eine weitere Erklärung für die Wirksamkeit von Vitamin D gegen Depressionen liegt in dem aktuellen Verständnis der Verbindung zwischen dem Vitamin und dem menschlichen Nervensystem (4).

Diesem zufolge hat Vitamin D regulierenden Einfluss auf gleich drei wichtige Botenstoffe:

  • Serotonin
  • Dopamin
  • Noradrenalin

Alle drei Hormone stehen in direkter Verbindung mit der psychischen Verfassung und der Stimmung. Ein Vitamin D Mangel kann zu strukturellen Veränderungen im Hirn führen. Gleichzeitig übernimmt ein gut gefüllter Vitaminspeicher nervenschützende und antioxidative Funktionen.

Da Patienten mit Depression häufig insbesondere zu wenig Serotonin und Dopamin aufweisen, erscheint eine Behandlung mit Vitamin D vielversprechend.

Einnahme von Vitamin D gegen Depression

Dekristol 20.000 IE kann auch vom Arzt verschrieben werden. Achte jedoch auf eine zusätzliche Supplementierung mit K2, welches in Dekristol nicht enthalten ist. Am besten greifst Du zu einem Kombipräparat Vitamin D+K2.

Für die Erstbehandlung verschreiben viele Ärzte hochdosierte Präparate wie Dekristol 20.000, um den Vitaminspeicher aufzufüllen. Anschließend kann die Dosierung verringert werden.

Insgesamt deutet die derzeitige Studienlage also - trotz einzelner widersprüchlicher Resultate - darauf hin, dass die Einnahme von Vitamin D sich positiv auf die Prävention und Behandlung depressiver Störungen auswirkt.

Ziel der Therapie: 40-60 ng/ml

Als Vitamin D Mangel werden in der Regel Serumwerte von unter 12 ng/ml klassifiziert, ein Serumwert zwischen 12 und 20 ng/ml gilt als unzureichend. Große Gesundheitsinstitutionen (DGE, WHO, IOM, NIH) bewerten alles über 20 ng/ml als adäquate Versorgung (6).

Um eine positive Wirkung bezüglich Depressionen zu erzielen, weisen aktuelle Studien aber Werte zwischen 40 und 60 ng/ml als Behandlungsziel aus (7).

Therapien zum Auffüllen und stabilisieren des Vitaminspeichers

Wie der Wert auf dieses Niveau angehoben werden kann, muss individuell abgestimmt werden. Häufig wird eine Anfangstherapie angeordnet, bei welcher der Patient beispielsweise bis zu acht Wochen lang täglich 10.000 IE einnimmt.

Zur langfristigen Erhaltung des optimalen Vitamin D Spiegels ist eine Zufuhr von 2.000 - 4.000 IE pro Tag ausreichend. Hierbei spricht man auch von einer Erhaltungstherapie.

Die Einnahme erfolgt entweder über Vitamin D Tropfen, Weichkapseln oder Tabletten. Du kannst die Präparate entweder in einer täglichen Dosis einnehmen, oder aber wöchentlich oder monatlich eine höhere Dosis zu dir nehmen und deine Reserven auf einmal füllen.

Lesetipp: 21 Tipps gegen Depressionen

Oft verschrieben: Dekristol 20.000 IE

Ein häufig verwendetes Präparat zur Erstbehandlung ist Dekristol 20000. Dieses enthält mit 20.000 IE eine hohe Dosis an Vitamin D3 (Colecalciferol), weshalb es sich um ein verschreibungspflichtiges Mittel handelt.

In der Regel wird es zur wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Einnahme verschrieben, kann in einigen Fällen aber auch täglich angeordnet werden. Die Behandlung mit Dekristol erfolgt in der Regel so lange, bis der Vitamin D3 Mangel behoben und der Speicher auf ein gewünschtes Level angehoben wurde. Dazu sollte regelmäßig der Blutspiegel untersucht werden.

Da Colecalciferol fettlöslich ist, ist die Einnahme mit einer fetthaltigen Nahrung für eine bestmögliche Verwertung empfehlenswert.

Überdosierung und die Rolle von Vitamin K2

Viele Patienten befürchten bei einer hohen Dosis eine Überdosierung von Vitamin D3. Von einer Überversorgung spricht man jedoch erst ab einem Serumwert von 200 ng/ml.

Diese kann für eine erhöhte Calciumkonzentration im Blut sorgen (Hyperkalzämie), was im schlimmsten Fall zu Nierensteinen oder einer Verkalkung der Nieren führen kann.

Um das Risiko für negative Folgen einer Überversorgung zu senken, wird zur gleichzeitigen Einnahme von Vitamin K2 geraten. Dieses unterstützt die Calciumverwertung. Bei vielen Präparaten handelt es sich aus diesem Grund bereits um eine Kombination aus den Vitaminen D3 und K2.

Welcher Vitaminmangel außerdem mit einer Depression in Verbindung stehen kann

Auch andere Vitamine solltest Du nicht vernachlässigen. Bei Depressionen wichtig: Vitamin B6, B12 und Omega-3-Fettsäuren (am besten in Form von Krillöl).

Neben Vitamin D werden auch weitere Vitamine und Nährstoffe als mögliche Ursache für eine depressive Erkrankung gehandhabt. Dazu zählen vor allem die Vitamine B6 und B12, aber auch Omega 3 Fettsäuren.

Die Studienlage deutet auch bei diesen darauf hin, dass eine Behandlung mit entsprechenden Präparaten positive Behandlungserfolge erzielen und das Risiko für eine depressive Erkrankung senken kann.

Lesetipp: 9 pflanzliche Stimmungsaufheller

Fazit: Hilft Vitamin D bei Depressionen?

Bei allem Respekt gegenüber Vitamin D. Die Sonne hat noch so viel mehr positive Eigenschaften auf  Gesundheit und Psyche, die von Vitamin D unabhängig sind. Glaube also bitte nicht, Du kannst die Sonne komplett durch die Einnahme von Vitamin D ersetzen.

Bei Vitamin D handelt es sich sicherlich nicht um ein Allheilmittel für depressive und andere psychische Störungen. Dennoch geben heutige Informationen Anlass zur Hoffnung, dass eine Behandlung mit dem Vitamin den Symptomen einer Depression entgegenwirken und diese vielleicht sogar verhindern oder lindern kann.

Am besten suchst du Hilfe bei deinem Arzt. Dieser kann einen Bluttest durchführen und feststellen, ob dein Vitaminspeicher ausreichend gefüllt ist. Wenn nicht, ist eine Substitution mit Vitamin D3 durchaus einen Versuch wert - auch aufgrund der vielen anderen positiven Auswirkungen auf deine Gesundheit.

Lesetipp: Erfahrungen von CBD Öl bei Depressionen

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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