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Januar 29, 2023

Entwurf

Paranoia - der med. Ausdruck für Wahnvorstellungen, der unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Erfahre hier, wie es dazu kommt und was du tun kannst.

Paranoia ist in der Medizin Denkmuster, bei denen ein intensives, irrationales Misstrauen und Verdacht im Vordergrund steht. Paranoia kann von leichten Gefühlen des Unbehagens, der Nervosität oder des Unwohlseins in Bezug auf eine Situation oder Person bis hin zu intensiven, beunruhigenden Gedanken reichen, die dein psychisches Wohlbefinden gefährden können (1).

Der Begriff Paranoia stamm aus dem Griechischen (paránoia) und bedeutet dort "Unverstand, Verrücktheit, Wahnsinn). Synonyme von Paranoia sind Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen von Zeit zu Zeit leichte Anfälle von Paranoia erleben (2). Aber bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wie bipolarer Störung, Schizophrenie und paranoider Persönlichkeitsstörung kann das Erleben von Paranoia anhaltend und äußerst unangenehm - ja sogar gefährlich - sein (3).

Während die meisten Menschen gelegentlich paranoide Gedanken haben, bezieht sich der Begriff "Paranoia" auf einen anhaltenden Zustand des ständigen, irrationalen und unbegründeten Misstrauens.

Anzeichen und Symptome von Paranoia

Woran erkennst du, dass du oder jemand, den du liebst, an Paranoia leiden könnte? Hier sind einige Anzeichen, auf die du achten solltest (4):

  • Defensives Verhalten aufgrund von Kritik, die eher eingebildet als real ist
  • Streitlustige Persönlichkeit, z.B. auch dem Partner gegenüber
  • Schwierigkeiten, seinen Mitmenschen zu verzeihen
  • Hypervigilanz
  • Angst, ausgenutzt oder betrogen zu werden
  • Unfähigkeit, sich zu entspannen
  • Misstrauen gegenüber anderen
  • Beschäftigung mit der Vorstellung, dass andere versteckte Motive haben

Beispiele für paranoide Gedanken

Paranoia äußert sich bei jedem Menschen anders, aber zu den gemeinsamen Themen bei Patienten mit Verfolgungswahn gehören die folgenden:

  • Der Glaube an Verschwörungstheorien, z.B. dass die Regierung, eine Organisation oder eine Person dich ausspioniert oder verfolgt
  • Das Gefühl, dass jeder dich anstarrt und/oder über dich spricht
  • Du interpretierst bestimmte Gesichtsausdrücke anderer als eine Art Insider-Witz, bei dem es nur um dich geht, egal ob die andere Person ein Fremder oder ein Freund ist
  • Du denkst, dass die Leute dich absichtlich ausgrenzen oder dir ein schlechtes Gewissen machen wollen
  • Du denkst, dass andere über dich lachen oder hinter deinem Rücken über dich tuscheln (dies kann mit Halluzinationen einhergehen)
  • Du denkst, jemand könnte dich bestehlen, verletzen oder töten

Diagnose der zugrundeliegenden Erkrankung

Paranoia ist eigentlich keine eigenständige Diagnose. Stattdessen ist sie oft ein Symptom (oder ein diagnostisches Kriterium) für ein anderes zugrunde liegendes Gesundheitsproblem, das entweder körperlicher oder geistiger Natur ist.

Um der Ursache der Paranoia auf die Spur zu kommen, erhebt der Arzt und Ärztin in der Regel zunächst die Krankengeschichte. Er kann auch eine körperliche Untersuchung durchführen und Labortests anordnen, um alle Krankheiten auszuschließen, die dieses Symptom verursachen könnten.

Alzheimer, Demenz, Parkinson, Epilepsie, Schlaganfall und Hirntumor können alle die kognitiven Funktionen beeinträchtigen (5). Ein Test, um festzustellen, ob eine dieser Krankheiten vorliegt, kann dem Arzt dabei helfen festzustellen, ob die Paranoia auf eine dieser Krankheiten zurückzuführen ist oder auf etwas anderes.

Wenn keine medizinische Ursache festgestellt wird, kann jemand mit Paranoia an einen Psychiater überwiesen werden. Ein Psychiater wird Fragen zu den Gedanken und Erfahrungen der Person stellen. Er kann auch eine psychologische Untersuchung durchführen, um die Symptome und den geistigen Zustand der Person besser zu verstehen.

Persönlichkeitsstörungen und Co: Ursachen der Paranoia

Die genaue Ursache für Paranoia ist nicht klar. Aber einige der Faktoren, die mit paranoiden Gedanken oder Gefühlen in Verbindung gebracht werden, sind:

  • Älter werden: Ältere Erwachsene neigen eher zu wahnhaften oder paranoiden Gedanken, weil sich ihr Hör- und Sehvermögen und andere Sinne altersbedingt verändern (6).
  • Bestimmte Medikamente oder die Beendigung ihrer Einnahme: Amphetamine können viele unerwünschte Wirkungen haben, zu denen auch Paranoia gehört (7). Manchmal tritt Paranoia aber auch nach dem Absetzen eines Medikaments auf. Adderall (Dextroamphetamin-Amphetamin) ist ein Medikament zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, aber wenn es plötzlich abgesetzt wird, kann es zu paranoiden Wahrnehmungen kommen (8).
  • Genetik: Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es eine genetische Komponente für Wahnvorstellungen gibt (9).
  • Bestimmte Lebenserfahrungen: Traumata und/oder Missbrauch in der Kindheit oder als junger Erwachsener, soziale Isolation oder eine große Veränderung im Leben (z. B. der Verlust des Arbeitsplatzes, der plötzliche Tod eines geliebten Menschen, das Opfer eines Verbrechens oder eine schwere gesundheitliche Krise) können zu paranoiden Gefühlen beitragen (4).
  • Exposition gegenüber bestimmten Toxinen oder Giften: Eine Studie mit 2.232 Jugendlichen in Großbritannien ergab, dass die Exposition gegenüber einer erhöhten Luftverschmutzung im Freien für 60 % ihrer psychotischen Erfahrungen verantwortlich war, von denen einige paranoide Gedanken beinhalteten (10).
  • Infektionen, die das Gehirn beeinträchtigen können: Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) können eine sekundäre Erkrankung entwickeln, die manchmal als "HIV-Manie" bezeichnet wird und psychotische Symptome wie Paranoia und auditive oder visuelle Halluzinationen umfasst (11).
  • Schlafentzug: Langer Schlafentzug kann eine Reihe von negativen Auswirkungen haben. Eine Auswertung von Studien über Schlafentzug ergab, dass die Teilnehmer umso eher Symptome von Wahnvorstellungen und Paranoia zeigten, je länger sie wach waren (12).
  • Substanzintoxikation und Entzug: Psychose-Symptome treten häufig bei Drogenmissbrauch auf, und die Entwicklung dieser Symptome ist bei schwerem Konsum und Abhängigkeit wahrscheinlicher (13).

Paranoia und psychische Erkrankungen

Paranoia kann ein Symptom einer körperlichen Erkrankung sein, z. B. einer Hirnerkrankung oder eines Schlaganfalls. Paranoia tritt manchmal auch bei bestimmten psychischen Erkrankungen auf, insbesondere bei Psychosen (2).

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Paranoia kann bei Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPD) auftreten. Im Gegensatz zu vielen anderen Erkrankungen, bei denen Paranoia ein festes oder kontinuierliches Symptom ist, ist die BPD-bedingte Paranoia in der Regel vorübergehender und tritt auf, wenn der Stresspegel höher ist (14).

Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist eine eigenständige Persönlichkeitsstörung (unabhängig von der BPD und anderen Persönlichkeitsstörungen). Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung haben ein chronisches und durchdringendes Misstrauen gegenüber anderen.

Bipolare Störung

Wenn du an einer bipolaren Störung leidest, kann es sein, dass du während einer manischen oder depressiven Episode paranoide Wahnvorstellungen hast (15). Die Diagnose einer bipolaren Störung bedeutet nicht, dass du auf jeden Fall an Paranoia leiden wirst. Aber es ist trotzdem wichtig, die Anzeichen zu kennen und zu wissen, was du tun kannst, wenn du Wahnvorstellungen hast.

Psychotische Störungen

Paranoia kann ein Symptom oder Anzeichen für eine psychotische Störung wie Schizophrenie oder schizoaffektive Störung sein (16). Paranoia oder paranoide Wahnvorstellungen sind nur eine Art von psychotischen Symptomen. Andere Symptome einer Psychose sind:

  • Desorganisierte Sprache
  • Ungeordnetes Denken (Gedanken springen zwischen unzusammenhängenden Themen hin und her)
  • Halluzinationen (Dinge hören, sehen oder fühlen, die nicht real sind)

Behandlung von Paranoia

Die Behandlung von Paranoia hängt von der Schwere der Symptome und der zugrunde liegenden Ursache ab. Dein Arzt und deine Ärztin oder dein Psychiater können Medikamente, eine Psychotherapie oder - am häufigsten - eine Kombination aus beidem empfehlen (17), um die Muster im Denken und den Wahn zu lindern.

Medikation

Es kann sein, dass dir antipsychotische Medikamente verschrieben werden, insbesondere wenn du eine psychiatrische Grunderkrankung wie Schizophrenie oder eine bipolare Störung hast. Andere Medikamente, die zur Behandlung deiner Symptome eingesetzt werden können, sind Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren und Medikamente gegen Angstzustände (18).

Psychotherapie

Eine Psychotherapie, z.B. eine Verhaltenstherapie, kann Menschen mit Paranoia dabei helfen, bessere Bewältigungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln (19). Manchmal kann sie den Betroffenen auch dabei helfen, Aspekte ihrer Glaubenssätze auf den Prüfstand zu stellen.

Durch eine Therapie können Menschen mit Paranoia auch lernen, mehr Vertrauen in andere zu entwickeln, ihre Emotionen besser zu kontrollieren und auszudrücken und ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu stärken.

Digitale Behandlungen

Forscher/innen beginnen auch, den Einsatz digitaler Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Paranoia zu untersuchen. Unter anderem werden folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen (20):

  • Mobile Apps
  • Soziale Netzwerke
  • Virtuelle Realität
  • Webbasierte Therapien

SlowMo ist eine neuere Option, die digital durchgeführte Therapiesitzungen von Angesicht zu Angesicht anbietet. Es wurde entwickelt, um Paranoia bei Menschen mit Psychosen zu reduzieren. Eine Studie aus dem Jahr 2021, an der 361 Personen teilnahmen, zeigte, dass die Nutzung von SlowMo Vorteile mit sich bringt, aber es sind noch weitere Untersuchungen nötig, um die Auswirkungen zu verstehen (21).

Bewältigung von Paranoia

Wenn du unter Paranoia leidest, ist es wichtig, dass du mit deinem Arzt und Ärztin oder Psychiater/in darüber sprichst. Wenn bei dir bereits eine andere psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, kann das Auftreten von paranoiden Wahnvorstellungen ein Zeichen dafür sein, dass du deine Behandlung oder Medikamente ändern musst.

Informiere dein psychosoziales Betreuungsteam, wenn du diese Symptome hast, damit es dich schützen und sicherstellen kann, dass du die richtige Behandlung bekommst.

Mein Fazit

Die Symptome der Paranoia sind nicht nur beunruhigend, sie können auch deine Aktivitäten zu Hause, bei der Arbeit oder in der Schule ernsthaft stören und sich negativ auf dein soziales Leben und deine Beziehungen auswirken.

Es kann einige Zeit dauern, bis du die effektivsten Mittel zur Bewältigung deiner Symptome gefunden hast, aber verliere nicht die Hoffnung. Es gibt Ressourcen und Unterstützung, die dir helfen können, mit paranoiden Gedanken und anderen Aspekten des Lebens mit einer bipolaren Störung oder einer anderen psychischen Erkrankung besser umzugehen (4).

Schnelle Hilfe?

Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar. Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/



Über den Autor

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit meiner Frau, unserer Tochter und unserem Hund im Süden Deutschlands. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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