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Juni 17, 2021

Bei Panikattacken kommen als Medikamente v.a. Antidepressiva und Benzodiazepine zum Einsatz. Dabei sind auch rezeptfreie Panikattacken-Medikamente wirksam.

Schweißausbruch, Atemnot, Herzrasen. Das sind nur drei von vielen möglichen Symptomen, die bei einer Panikattacke auftreten können.

Alleine in Deutschland leiden mehr als 12 Millionen an einer Angststörung (1), viele davon auch an Panikattacken. Medikamentös wird eine Panikstörung, so nennt man eine Angststörung mit Panikattacken, in der Regel durch verschreibungspflichtige Psychopharmaka behandelt. Vor allem SNRI und SSRI-Antidepressiva kommen dabei zum Einsatz.

Für den Notfall finden auch schnell wirksame Benzodiazepine Anwendung, die aber genauso schnell abhängig machen, wie sie wirken. Kein Wunder, dass sich viele Menschen zur Therapie von Panikattacken rezeptfreie Medikamente wünschen. Tatsächlich sind nur solche Panikattacken-Medikamente rezeptfrei, welche pflanzliche Wirkstoffe enthalten.

In diesem Artikel erfährst Du,

  • welche rezeptfreie Medikamente es zur Behandlung einer Panikstörung gibt,
  • wie gut und wie schnell diese wirken,
  • welche Studien und Erfahrungen es zu den einzelnen pflanzlichen Medikamenten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln gibt
  • und welche Hoffnung Du Dir bezüglich einer Besserung deiner Panikstörung machen kannst.

Angststörungen und Panikstörungen: Diagnose, Symptome und Therapie

Angst gehört zu unserem Leben. Denn die Angst ist lebensnotwendig, um uns vor lebensgefährlichen Situationen oder sonstiger Gefahr zu warnen. Auch ein gewisses Maß an Angst z.B. vor Prüfungen oder vor Auftritten kann hilfreich sein, damit wir uns besser konzentrieren können. Man nennt diese Angst Lampenfieber und jeder kennt sie.

Doch falls Angstzustände ein gesundes Maß überschreiten, wenn Ängste oder sogar Panikattacken den Alltag von Betroffenen bestimmen oder gar das Leben zur Hölle machen - eine solche psychische Störung nennt man auch Angsterkrankung bzw. Angststörung.

Angststörungen zählen wie Depressionen oder Zwangsstörungen zu den psychiatrischen Erkrankungen. Nicht selten werden sie durch Stress ausgelöst oder verstärkt. Meist werden sie auch von Schlafstörungen begleitet. Treten im Rahmen der Angsterkrankung auch Panikattacken auf, spricht man von einer Panikstörung.

Phobien vs. Generalisierte Angststörung

Wenn die Angstgefühle oder die Panikattacken in ganz bestimmten Fällen auftreten, dann spricht man von einer Phobie. Beispiele für solche Phobien sind die bekannte Flugangst (Aviophobie) und die Agoraphobie, bei der Betroffene starke Ängste vor weiten Plätzen oder Menschenansammlungen haben.

Leiden die Personen ganz allgemein verstärkt unter Angst unabhängig von bestimmten Situationen, dann nennt man diese Krankheit Generalisierte Angststörung.

Symptome einer Panikattacke

Wer schonmal betroffen war, weiß, wie schlimm sich eine Panikattacke anfühlen kann. Man durchlebt hier regelrechte Todesängste. Eine solche Attacke macht sich meist kurz vorher durch erhöhte Nervosität, Unruhe und Anspannung bemerkbar - oftmals (zumindest scheinbar) ohne einen konkreten Anlass. Geübte können dann versuchen, die sich anbahnende Panikattacke durch bestimmte Techniken noch abzuwehren oder zumindest abzumildern.

Ist eine Panikattacke erstmal in vollem Gange, können u.a. folgende Symptome auftreten:

  • Kurzatmigkeit mit einem Gefühl zu Ersticken; Gefahr der Hyperventilation
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen, Herzklopfen oder Herzstolpern
  • Zittern
  • Beine wie Wackelpudding
  • Übelkeit

Diese Liste an Beschwerden ist bei jedoch bei weitem nicht vollständig. Mehr Informationen darüber, wie sich Panikattacken äußern können, findest Du hier (3).

Pharmakotherapie: Medikamente gegen Angst

Psychiatrische Fachärzte - das sind keine Neuigkeiten - fokussieren sich stark auf eine medikamentöse Behandlung, um Angstzuständen Einhalt zu gebieten.

Hierzu kommen vor allem Antidepressiva-Wirkstoffe zweier Klassen zur Anwendung:

  1. Serotonin Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer (SNRI): z.B. Venlafaxin und Duloxetin
  2. Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI): z.B. Citalopram, Escitalopram, Sertralin

Durch die Einnahme einer solchen Substanz wird die Aufnahme von Neurotransmittern, das sind Botenstoffe in unserem Gehirn, geblockt, so dass sich deren Verfügbarkeit erhöht. Dadurch sollen sich Depressionen, aber auch Angstsymptome verbessern.

Im Falle von SNRI soll die Verfügbarkeit der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin erhöht werden, bei einem SSRI-Antidepressivum wie Sertralin nur die Verfügbarkeit von Serotonin.

Imipramin, welches ebenfalls als Beruhigungsmittel bei Panikattacken Anwendung findet, gehört zu einer anderen Klasse an Antidepressiva, den sogenannten trizyklischen Antidepressiva.

Psychotherapie

Bei der Behandlung von Angststörungen kommt als erste Psychotherapie in der Regel die sogenannte Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zum Einsatz. Hier lernen die betroffenen Menschen besser zu verstehen, welche (teils unbewussten) Gedankengänge die Angst verstärken oder die Panik auslösen. Auch vermeidende Verhaltensweisen gilt es hier aufzuspüren und zu korrigieren, um die Angst in den Griff zu bekommen (4). In einigen Studien liefert die Behandlung mit KVT gute Ergebnisse (5).

Allerdings gilt auch hier ähnlich wie bei der Medikation, dass der Erfolg einer Psychotherapie sehr individuell ist. Während sie einigen Betroffenen relativ schnell hilft, bleibt bei anderen Betroffenen auch nach mehreren Therapieversuchen der Erfolg aus.

Ebenfalls Teil der Verhaltenstherapie im Rahmen von Panikstörungen können sogenannte Konfrontationsübungen sein, in denen sich der Patient den angstauslösenden Gedanken bzw. Situationen stellen muss. Mit Unterstützung des Psychotherapeuten, der hier die Begleiter-Rolle einnimmt, soll der Patient die positive Erfahrung machen, dass die Ängste mit der Zeit nachlassen, wenn er sich ihnen stellt.

Zur KVT gehört auch, dass der Patient bestimmte Entspannungstechniken zur Beruhigung erlernt. Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder bestimmte Atemübungen werden häufig zusammen mit dem Therapeuten erlernt und in der konfrontativen Situation eingeübt.

Experten sind sich zum aktuellen Stand der Forschung einig, dass die kognitive Verhaltenstherapie auf jeden Fall ein Versuch wert ist - sei es zur Behandlung einer Angsterkrankung, einer Panikstörung oder einer Depression.

Lesetipp: Meine Buchrezension zum Buch "Panikattacken loswerden"

Medikament vs. Nahrungsergänzungsmittel

Im Folgenden stelle ich einige pflanzliche Mittel vor, die bei Angststörungen und Panikstörungen gut wirksam sein können. Einige dieser Mittel wie z.B. Lasea sind als pflanzliches Arzneimittel zugelassen, andere wie beispielsweise CBD-Öl fallen in die Kategorie Nahrungsergänzungsmittel. Was ist der Unterschied?

Pflanzliche Arzneimittel

Damit ein bestimmtes Produkt als pflanzliches Arzneimittel zugelassen wird, muss der Hersteller mehrere Studien für sein Produkt durchführen, welches dessen Wirksamkeit und Sicherheit belegt. So hat beispielsweise die Dr. Wilmar Schwabe GmbH für sein Produkt Lasea nach eigener Aussage 15 klinische Studien durchführen lassen (2).

Das bedeutet nicht unbedingt, dass ein pflanzliches Arzneimittel besser wirksam ist als ein Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise CBD. Denn für Cannabidiol (CBD) gibt es Hunderte von unabhängigen Studien, die ebenfalls die Wirkung und Sicherheit von CBD bestätigen. Allerdings gelten diese Studien für den Wirkstoff CBD im Allgemeinen und nicht für ein bestimmtes Produkt.

In der Praxis hängt viel davon ab, ob der Hersteller über genügend Kapital verfügt, um die Studien für sein Produkt überhaupt zu finanzieren.

Pflanzliche Mittel gegen Panikattacken: rezeptfrei und natürlich

Lasea mit Lavendelöl

Lasea von der Dr. Wilmar Schwabe GmbH ist ein pflanzliches Arzneimittel. Es verspricht schnelle Hilfe bei Angstgefühlen, innerer Unruhe und bei damit zusammenhängenden Schlafstörungen.

Der in Lasea enthaltene Wirkstoff ist ein bestimmtes medizinisches Lavendelöl. Er entfaltet seine beruhigende und angstlösende Wirkung, indem er auf die Calcium-Kanäle in unseren Gehirnzellen einwirkt und dabei die bei Ängsten vorhandene Übererregbarkeit reduziert (6).

Tatsächlich berichten Menschen, die Lasea einnehmen, von positiven Effekten bei Anspannung, Nervosität und auch bei depressiven Störungen.

Ich habe selbst einmal testweise eine Behandlung mit dem Lasea durchgeführt. Das pflanzliche Mittel hat bei mir zu einer leichten Besserung geführt: meine Panikattacken wurden weniger intensiv, waren aber noch genauso häufig. Nach 6 Wochen habe ich die Behandlung jedoch wieder abgebrochen, da ich nicht ganz zufrieden mit der Effektivität gewesen bin und noch weitere Mittel ausprobieren wollte.

Weitere Informationen zum Einsatz von Lasea bei Angststörungen kannst Du hier nachlesen (7).

CBD Öl (Cannabidiol)

CBD ist meiner Meinung nach eines der besten Mittel bei jeglicher psychischen Erkrankung, die mit Angst, Unruhe und Nervosität einhergeht. Vielleicht ist hier meine Einschätzung auch ein bisschen subjektiv, denn ich habe selbst sehr gute Erfahrungen mit den CBD Öl-Beruhigungstropfen gemacht. Durch konsequente und regelmäßige Einnahme gelang es mir schließlich, meine Angsterkrankung und Depression zu überwinden und Schritt für Schritt meine Antidepressiva (Escitalopram und Mirtazapin) abzusetzen.

Doch die Wirksamkeit des Wirkstoffes CBD (Cannabidiol) bei Angst-und Panikstörung wurde auch bereits in sehr vielen Studien nachgewiesen (8).

Meine Empfehlung

Swiss FX CBD Öl 10%

Dieses Produkt kann ich nur empfehlen, da ich es selbst verwende.


  1. Es ist Bio und Vollspektrum
  2. Die Konzentration von 10% finde ich einerseits stark genug, damit man nicht unzählige Tropfen nehmen muss, andererseits aber auch nicht zu stark, so dass man schlecht dosieren könnte.
  3. Der Geschmack ist relativ angenehm, was man nicht für alle CBD-Öle sagen kann.
  4. Die Wirkung ist sehr gut. Ich hatte schon viele andere Produkte mit angeblichen 10%, von denen ich aber doch viel mehr Tropfen einnehmen musste, bis die Wirkung einsetzte.

Mein Erfahrungsbericht: CBD Öl bei Panikstörung, Depressionen und Zwangsstörungen

Fazit: CBD-Öl Nr. 1, Lasea Nr. 2

Wer ein pflanzliches rezeptfreies Mittel gegen Panikattacken sucht, kommt an Lasea und CBD Öl nicht vorbei. Alle anderen pflanzlichen Mittel wie Johanniskraut, Passionsblume oder Tryptophan wirken eher auf die Stimmung. Andere Wirkstoffe wie Baldrian, Melisse oder Hopfen sind meiner Meinung nach zu schwach und wirken allenfalls leicht beruhigend, haben aber nicht das Potential, starke Ängste oder gar Panikattacken zu lindern.

Mein persönlicher Favorit ist CBD-Öl. Andere Anwender haben bei leichten bis mittleren Angstzuständen aber auch gute Erfahrungen mit Lasea gemacht. Hier geht im Zweifelsfalle Probieren über Studieren. Ich würde raten, mit CBD-Öl-Tropfen zu beginnen. Hier sind die Chancen auf Erfolg am besten. Sprichst Du auf CBD nicht an, würde ich empfehlen, Lasea zu testen.

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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